Hundetraining und Hundepension

Frankfurt | Niddatal

Übergewicht bei Hunden

20.08.2008 von mamabe

In unserer “Wohlstandsgesellschaft” werden nicht nur wir Menschen immer dicker, sondern auch unsere Hunde. Ca. jeder dritte Hund in den westlichen Ländern ist schlichtweg zu dick !! Die Folgen: verkürzte Lebenserwartung, Knochen- und Gelenkdefekte, Herz- und Kreislauferkrankungen, Zuckerkrankheit etc.

Wann bezeichnet man einen Hund als dick? Während bei einem normalgewichtigen Hund der Körperfettanteil zwischen 10% und 20% liegt, beträgt er bei einem übergewichtigen Hund bis zu 40% ! Pauschal kann man mit der “Rippentastmehthode” den Verfettungsgrad des Hundes ermitteln. Bei einem Hund mit Indealgewicht kann man die Rippen ertasten, die Taille ist von oben sichtbar. Der Hund mit Übergewicht hat sich bereits eine erhebliche Fettschicht angefressen, unter der die Rippen aber noch gefühlt werden können. Eine Taille ist von oben allerdings nicht mehr erkennbar. Beim “dicken Hund” sind die Rippen kaum oder gar nicht mehr tastbar. Die Fettschicht überzieht die Taille bis in den Schwanzansatz – zusätzlich ist ein “Hängebauch” entstanden.

Warum wird ein Hund dick? Die Gründe sind vielfältig. Mangelnde Bewegung und überreiches Futterangebot führen zu Bildung falscher Reserven, die nicht benötigt werden. Ursachen können z.B. eine Operation sein, die eine Ruhigstellung des Hundes erforderlich macht. Bleibt die zugeführte Kalorienanzahl gleich, erfolgt automatisch eine Gewichtszunahme. Darf sich der Hund dann wieder bewegen, hat er möglicherweise schon soviel zugenommen, dass er bereits kurzatmig geworden ist. Kurzatmig deshalb, weil durch das Gewicht Herz und Kreislauf belastet werden. Dadurch hat der Hund auch keine Lust mehr, sich zu bewegen. Ein Teufelskreis ist entstanden ! Manche Besitzer können auch dem “süssen Blick” ihres Hundes nicht standhalten und werden deshalb “schwach”. Manches Herrchen oder Frauchen hat vielleicht auch nicht die Zeit, sich so um den Hund zu kümmern, wie er es eigentlich verdient hat. Und wenn man nicht genügend Zeit für den Hund hat neigt man dazu, dies durch grosse Futtermengen und vielen Leckerchen “auszugleichen”. Ursache kann unter Umständen auch eine Kastration sein. Hierdurch entsteht eine Veränderung des Hormonhaushaltes, was einen schnelleren und besseren Fettansatz begünstigen kann. Und manche Rassen, wie z.B. Retriever, Cocker, Beagle und Dackel neigen einfach leichter zum Zunehmen als andere Rassen. Aber aus welchen Gründen das Übergewicht des Hundes entstanden ist – es ist immer der Mensch, der die Futterreserven verwaltet und freigibt !!!!

Was soll ich nun tun, wenn mein Hund zu dick ist? Auf jeden Fall keine Radikalkuren in eigener Regie durchführen sondern das Abnehmen u n b e d i n g t mit dem Tierarzt besprechen !! Er wird auch bestimmen, ob der Hund evtl. ein Spezialfutter etc. bekommen muss. Langsames Abnehmen ist wichtig – das Übergewicht ist ja auch nicht innerhalb von einer Woche entstanden !! Hilfreich kann es sein, die zukünftige Tagesration auf mehrere kleine Portionen aufzuteilen, um das Hungergefühl etwas zu dämpfen. Statt Leckerlies lieber kleine Obst- und Gemüsestückchen verfüttern (z.B. Apfel ohne Gehäuse, Karotte). Auf keinen Fall den übergewichtigen Hund mit zum Fahrradfahren bzw. Joggen nehmen!! Stattdessen den Hund mit kleinen Spaziergängen wieder an Bewegung gewöhnen und diese langsam aber stetig ausdehnen. Hundesport, wie z.B. Agility sind für den “dicken Hund” ebenfalls tabu. Eine schöne Alternative ist das Lauftraining auf einem Unterwasserlaufband. Durch die Auftriebskraft des Wassers wird das Körpergewicht auf ca. 1/6 des tatsächlichen Körpergewichtes reduziert. Dadurch werden Knochen und Gelenke geschont und die Muskeln trainiert.

Was sollte ich beachten, dass mein Hund erst gar nicht dick wird? Die Ernährung auf jeden Fall der Bewegung anpassen. Weniger Bewegung = weniger Futter. Arbeitet Ihr beim Training mit vielen Leckerlies, auf jeden Fall die Menge der gefütterten Leckerlies von der täglichen Futterration abziehen !! Auch die Fütterungsempfehlungen der Hundefutterhersteller sind nur Richtwerte !! Hunde haben, genau wie wir Menschen auch, einen unterschiedlichen Stoffwechsel. Sprich, manche nehmen schneller zu als andere. Und ganz wichtig: Ernährungszustand kontrollieren. Entweder durch die “Rippentastmethode” oder durch regelmässiges Wiegen.



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5 Responses to “Übergewicht bei Hunden”

  1. Guutsje2008

    Hallo Mamabe,

    Deine Berichte sind wirklich interessant. Super!

    Ich finde es auch schrecklich, wenn die Hunde zu dick sind. Bei uns in der Nachbarschaft gibt es leider viel zu viele von der Sorte. Die sehen alle aus wie eine “Rolle Drops”.

    Bei unserer Hündin Mona muss ich seit der Kastration halt auch aufpassen, aber ihre Rippen kann man noch fühlen und das ist gut.

    Durch das Training mit Lekkerlies habe ich leider nicht immer den Überblick, wieviel sie zu fressen bekommt, aber ich versuche, die Lekkerlies vom normalen Futter abzuziehen.

    Manchmal bekommt sie als Lekkerlie auch einfach Gemüse wie klein geschnittene Karotten. Die frisst sie wahnsinnig gerne.

    LG Sabine

  2. Frank

    Also, meine Erfahrung als Hundetrainer in der Ganztagsbetreuung ist:
    Umso mehr Bewegung und Abwechslung, umso schneller kommt das Traumgewicht.
    Ich füttere sogar meistens ein wenig mehr, weil mehr bedarf da ist, es ist aber nicht immer so, aber sehr häufig.
    Gemüse oder Obst Leckerlies finde ich auch klasse.

    Es ist nicht anders wie bei uns Menschen, viel Bewegung und essen in maßen.
    Übrigens mamabe, den Rippentest mache bei selbst auch, ich finde nur keine?
    VG Frank

  3. Guutsje2008

    Hallo Frank,

    laaaaaach! Warte ab, bis Du zu uns kommst. Ich finde bei Dir mit Sicherheit einige Rippen. *Grins und zwinker*

    Du bist so schlank, wie es sich so manch anderer wünschen würde.

    LG Sabine und Rudel

  4. mamabe

    Hallo Sabine,

    freut mich, dass Dir die Berichte gefallen. Ich hoffe, Du konntest für Dich vielleicht noch den einen oder anderen nützlichen Hinweis finden. Natürlich kann man nicht 100%ig den verfütterten Energiewert der Leckerlies ermitteln. Es gilt auch mehr als “Denkanstoß”. Viele Besitzer machen sich darüber einfach keine Gedanken und verfüttern trotz ausgiebiger “Vergabe” von Leckerlies noch eine komplette Tagesration und wundern sich dann, warum der Hund zunimmt. Sollten beim Training die kompletten Leckerchen “draufgegangen” sein, dann war’s das auch mal für den ganzen Tag und es gibt sonst keine Mahlzeit mehr. Es sei denn, die Leckerchen bestehen aus kleingeschnittenem Obst und Gemüse. Ich denke, vielen Besitzern fehlt es einfach an der Einsicht. Denn was soll man noch sagen, wenn man einem kleinen Tönnchen mit zig Kilo Übergewicht gegenüber steht und der Besitzer sagt: “Das ist alles nur Fell, wenn der nass ist, ist nichts mehr an ihm dran …. ”

    LG
    Mamabe

  5. mamabe

    Hallo Frank,

    tja, was soll ich dazu sagen? Ab einem gewissen Alter fängt man ja wieder an zu “schrumpfen”. Wahrscheinlich ist es mit den Rippen genauso, sie bilden sich einfach auch wieder zurück.
    Na, dann mach Dir mal ein paar Gedanken, grins !!

    LG
    Mamabe

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