Der Wunsch nach einem tierischen Gefährten ist bei vielen Kindern sehr ausgeprägt, vor allem Hunde stehen auf dem Wunschzettel ganz oben. Und da Kinder dadurch auch lernen, Verantwortung für ein Lebenwesen zu übernehmen, geben viele Eltern dem Drängeln und Betteln ihrer Kinder nach. Oft dauert es nicht lange, und Hasso oder Bello ziehen in die Familie ein. Die Kinder sind überglücklich. Endlich haben sie einen “Kumpel”, mit dem sie kuscheln können, der alle Geheimnisse anvertraut bekommt und an dessen Fell man die Krokodilstränen trocknen kann, wenn es einem mal nicht gut geht. Kurz gesagt, ein super Freund, auf dem man sich verlassen kann und der immer für einen da ist.
Ja, so könnte es aussehen, die harmonische Partnerschaft Kind – Hund. Die Realität sieht leider anders aus und endet oftmals mit der Abgabe des einst so geliebten Vierbeiners, da dieser nach dem Kind geschnappt oder sogar zugebissen hat. Vorausgegangen ist fast immer menschliches Fehlverhalten, oft über einen langen Zeitraum hinweg.
Welche Stellung nimmt das Kind aus Sicht des Hundes ein? Zuerst muss man wissen, dass beim Hund eine doppelte Prägung erfolgt, nämlich auf den Menschen und auf seine Hundekumpels. Somit überträgt der Hund sein
Sozialverhalten auf Hunde und auf Menschen, somit auch auf Kinder. Und Kinder werden vom Hund nicht als ranghoch angesehen. D.h., Kinder und Hund müssen lernen, sich zu akzeptieren und der Hund muss lernen, dass Kinder eine Art Sonderrolle ausserhalb der Hierachie einnehmen. Der Mensch kann also nicht erwarten, dass Hunde sich von Kindern rumkommandieren lassen. Gehorsam seitens des Hundes kann erst ab dem 13/14 Lebensjahr erwartet werden, unter Anleitung Erwachsener. Ausnahmen bestätigen allerdings auch hier die Regel. In einer Kind-Hund Beziehung sind also ganz stark die Erwachsenen gefordert. Sie müssen sofort unterbinden, wenn der Hund anfängt das Kind zu jagen, anzuspringen etc. und müssen aber genauso eingreifen wenn sie sehen, dass das Kind gerade dabei ist, den Hund durch eine feste Umarmung etc. sehr stark zu bedrängen.
Welche Regeln sollte ich beachten? Auf keinen Fall sollten Kind und Hund alleine gelassen werden, auch nicht für 5 Minuten. Auch der geduldigste Hund kann unwirsch werden wenn Junior versucht herauszufinden, wie weit ein Kugelschreiber in das Ohr von Bello passt. Desweiteren sollten Tabuzonen geschaffen werden. Der Hund sollte lernen, dass er in den Kinderzimmern nichts verloren hat und die Kinder müssen lernen, dass der Hund nicht gestört werden darf, wenn er sich auf seinen Platz zurückgezogen hat. Dem Hund sollte beigebracht werden, dass er nichts aus Kinderhände “reissen” darf. Aus diesem Grund sollte auch Zieh- und Zerrspiele für Kinder tabu sein. Besser sind Spiele, wo weg vom Körper gearbeitet wird, z.B. Bällchen werfen und Hund apportieren lassen. Auch hier natürlich nur unter Anwesenheit von Erwachsenen.
Ganz wichtig auch, Hunde nicht unbeobachtet alleine im Vorgarten lassen. Denn mancher kinderliebe Hund wurde zum “Kinderhasser”, weil vorbeigehende Kinder den Hund geärgert haben. Bei sensiblen Vertretern langt manchmal schon eine negative Erfahrung um zumindest festzustellen, dass Kinder unangenehm sind. Und dies ist natürlich für eine Kind-Hund Beziehung keine gute Basis.
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