Gerne schmückt sich der eine oder andere Hundebesitzer mit einer “beeindruckenden Erscheinung” an seiner Seite. Kein Wunder also, daß sogenannte “Wolfhunde” immer populärer werden, deren Aussehen sehr an Wölfe erinnert. Aber nicht nur das Aussehen, erinnert an Wölfe. Hier steckt wirklich Wolf drin ! Die Rede ist vom Saarloos-Wolfhund und vom Tschechoslowakischen Wolfshund.

Saarloos-Wolfhund
Der Niederländer Leendert Saarloos wollte in den 20er Jahren mit der Zucht eines Hundes beginnen, der keinerlei Degenerationserscheinungen zeigt und eine natürliche Abwehr gegen die verschiedensten Krankheiten besitzt. Er wollte einen “besseren Deutschen Schäferhund” erschaffen. Deshalb kreuzte er eine Wölfin mit einem Deutschen Schäferhundrüden und kreierte seine Rasse: den Saarloos-Wolfhund. Von diesen Stammeltern gingen etliche Welpen hervor. Im Laufe der Zeit wurden in der Zucht auch Brüder und Schwestern miteinander verpaart, um Charakter und Gesundheit zu vererben. Um Inzucht zu vermeiden, wurden dann wieder Deutsche Schäferhunde eingekreuzt. Da damals in den Niederlanden nur Gebrauchshunde als Rassehunde anerkannt war, versuchte Saarloos, einige Exemplare als Schutzhund auszubilden. Es stellte sich heraus, daß diese Hunde dazu ungeeignet waren, da das Wolfsblut mit seinem starken Fluchttrieb den Angriffstrieb völlig verdrängt hatte. Als Rettungs- oder Spürhunde waren sie jedoch sehr geschickt.
Tschechoslowakischer Wolfshund
Anders als beim Saarloos bestand hier nicht die Absicht, eine neue Rasse zu erschaffen. Hier standen rein wissenschaftliche Interessen über die Vererbungslehre im Vordergrund. In den 50er Jahren kreuzte der Ingenieur Karel Hartl eine Karpatenwölfin mit einem Deutschen Schäferhundrüden. Diese Wölfin wurde dann nochmals mit einem anderen Deutschen Schäferhundrüden verpaart. Ausgewählte Welpen dieser Kreuzungen wurden dann wiederum mit unverwandten Deutschen Schäferhunden verpaart. Als Schutzhunde waren auch diese Mischlinge ungeeignet – sie wurden bald zu aggressiv. Durch Kreuzungen mit wesensstarken Schäferhundrüden entstanden Hybriden (Mischlinge), die dann als Diensthunde im Militär eingesetzt wurden.
Merkmale:
Hunde beider Rassen sind von großer, stattlicher Erscheinung, mit einer Widerristhöhe zwischen 60 und 75 cm. Das Gewicht beträgt zwischen 35 kg und 45 kg. Beide Rassen sind nicht für “Hundeeinsteiger” geeignet!! Sie müssen von Welpenbeinen an behutsam an alle Lebensbereiche herangeführt werden. Sie müssen lernen, mit vielen Menschen, Unruhe und Lärm klarzukommen. Durch den wölfischen Einfluß reagieren sie manchmal sehr sensibel oder ängstlich auf äußere Umweltreize. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich. Von normal, also “hundeähnlich” bis “wolfsähnlich” (scheu bis schreckhaft). Die Hunde müssen sanft, aber konsequent erzogen werden ! Oftmals schließen sie sich nur einer Person in der Familie an. Der Jagdtrieb ist sehr ausgeprägt und macht bei unerzogenen Hunden auch nicht vor Pferden und Kühen halt. In ihrer Reaktionsschnelligkeit sind sie den “normalen Hunden” überlegen und sie sind überdurchschnittlich intelligent. Sie bleiben nicht gerne alleine und besitzen eine Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten, die denen der Wölfe schon sehr nahe kommen. Beide Rassen brauchen viel Platz und viel Bewegung.
Diese Hunde sollten nur nach gründlicher Überlegung angeschafft werden – sie sind für die zukünftigen Halter eine große Herausforderung, der nicht jedermann gewachsen ist !!
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