Kaum haben wir und unsere Vierbeiner sich vom Trubel des Weihnachtsfestes erholt, steht schon der nächste Stress für unsere Hunde buchstäblich vor der Tür: Silvester!
Besonders geräuschempflindliche Hunde, die im “normalen Alltag” Angst vor lauten Geräuschen haben, sind davon betroffen. Aber auch Hunde, die sonst eigentlich ganz cool sind, werden beim Anblick und bei der Geräuschkulisse von Raketen, Knaller und Co. oftmals ängstlich bzw. unsicher.Viele Vierbeiner suchen dann Schutz bei Frauchen oder Herrchen, versuchen unter Schrank oder Bett zu kriechen – je nach Ausmaß der Furcht. Ganz wichtig ist hierbei, auch wenn der Mensch beim Anblick des “zitternden Häufchens Elend” mitleidet, nicht auf die Angst des Hundes einzugehen. D.h., ihn nicht streicheln, hochheben oder beruhigend auf ihn einreden – das würde die Angst nur verstärken. Wichtig ist jedoch, wenn der Hund Körperkontakt sucht, diesen auch zuzulassen und ansonsten selber ganz ruhig und gelassen zu bleiben. Mit einer sogenannten Desensibilisierung, einer ganz langsamen Gewöhnung an die angsterregenden Geräusche, kann oftmals geholfen werden. Allerdings muss mit dieser Therapie eine ganze Weile vor Silvester begonnen werden. Suchen Sie sich dabei am besten Hilfe beim Hundetrainer/in Ihres Vertrauens, damit nichts falsch gemacht wird!
Ebenso können homöopathische Angsttropfen Linderung bringen. Aber auch hier sollte rechtzeitig mit der Verabreichung begonnen werden. Bezüglich der Dosierung etc. am besten mit einem Tierheilpraktiker/in sprechen.
Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte Pheromone. Pheromone sind Botenstoffe, die durch die Mutterhünding beim Saugen der Welpen hergestellt werden. Diese synthetischen Pheromone sind als Spray und als Steckdosenzerstäuber erhältlich. Sie sollten ca. 14 Tage vor Silvester in dem Raum, wo der Hund sich am meisten aufhält, angebracht bzw. versprüht werden. Viele Hunde werden dadurch beruhigt und die Angst vermindert sich.
Sollte das alles nichts nützen besteht auch die Möglichkeit, den Hund durch ein Beruhigungsmittel für ein paar Stunden “ruhigzustellen”. Hier aber unbedingt mit dem Tierarzt sprechen. Denn er entscheidet, ob der Hund überhaupt ein solches Mittel bekommen darf und wenn ja, welches! Ebenso wird er konkret informieren, wann das Mittel dem Hund verabreicht werden muss und wieviel!
Damit Silvester trotz allem hoffentlich nicht zu stressig wird, hier einige Tipps:
- auf jeden Fall den Hund am Silvestertag sicherheitshalber nicht vor der Leine lassen, sicher ist sicher!
- am späten Nachmittag nochmal ausgiebig Gassi gehen (möglichst da, wo noch nicht soviel geballert wird). Dann den Hund lieber im Haus lassen bzw. im Garten Pipi machen lassen!
- wenn möglich, ruhigere Orte aufsuchen und dort feiern (auf dem Land wird oftmals weniger geschossen als in der Stadt!)
-wenn das nicht möglich ist, von Plätzen wegbleiben, auf denen viel geschossen wird. Fenster geschlossen halten und Rolläden runterlassen – das dämpft etwas den Lärmpegel! Es kann auch helfen, Fernseher oder Radio etwas lauter zu drehen. Dies schon mal ein paar Tage vorher üben, damit der Vierbeiner sich daran gewöhnen kann!
- nicht versuchen, dem Hund die Ohren zu verschliessen! Dadurch geraten viele erst recht in Panik!
- nicht selber im eigenen Garten bzw. Hof oder aber auch nicht auf der Strasse, direkt vor dem eigenen Zuhause, knallen!
- wenn man selber Angst vor der Knallerei hat, auf jeden Fall versuchen, ruhig und souverän zu bleiben. Die eigene Angst verstärkt die Angst des Hundes nur noch mehr!
- auch am 1. Januar wird noch geballert! Auch hier den Hund sicherheitshalber nochmal an der Leine lassen und ruhige Gebiete zum Gassigehen aufsuchen!
- auch Hunde, die mit der Knallerei keine Probleme haben, lieber an der Leine lassen! Viele versuchen, Knallern oder Knallfröschen hinterher zu jagen – oftmals mit bösem Ausgang!
- immer mit der Unberechenbarkeit der Menschen rechnen! Nicht zu glauben aber wahr: Es werden teilweise Knaller nur aus Spass Hunden direkt vor die Pfoten oder aber auch hinterher geschmissen! Daher den Hund sicherheitshalber, auch wenn er keine Angst hat, um 0.00 Uhr in der sicheren Wohnung, Haus etc. lassen!
PROST NEUJAHR !
Tags: Aktuelles, Hundetraining, Hundeverhalten
Januar 4th, 2010 - 13:08
Vielen lieben Dank für die nützlichen Ratschläge.
Wir haben den Jahreswechsel gut verbracht. Leider hört bei uns im Wohngebiet die Knallerei noch nicht auf und unser Rudel gerät jetzt bei unverhofften, einzelnen Böllern viel eher aus der Fassung…