Hundetraining und Hundepension

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An alle Halter von Hütehundrassen

04.03.2010 von Frank

An alle Halter von Hütehundrassen ( und ihren Mischlingen hieraus), longhaired Whippet, McNab, Silken Windsprite, Berger Blanc Suisse, Barsoi, Belgischer Schäferhund, Kelpie, sowie neuerdings auch deutscher Schäferhund. 

MDR1-Gendefekt – lange nicht genau erforscht, immer noch maßlos unterschätzt!

Der MDR1-Gendefekt ist ein Defekt im MDR1-Gen, der bei einigen (vorwiegende Hütehunden) Hunderassen verbreitet ist. Hier kommt es zu einer mangelhaften oder gänzlich fehlenden Synthese eines bestimmten Proteins (P-Glycoprotein, P-gp), welches ein wichtiger Bestandteil der Blut-Hirn-Schranke ( Verstoffwechslung / Abbbau von Chemikalien), was zu einer Überempfindlichkeit gegenüber einigen Arzneimitteln, aber auch von Umweltgiften und Chemikalien unterschiedlichster Art führt. Urheber dieses Defekts ist ziemlich sicher ein einziger Hund, der etwa Mitte des 19. Jhdst. lebte und maßgeblich an der Entstehung und züchterischen Festigung der Rasse Collie beteiligt war. Daher sind heute alle Rassen betroffen, bei denen irgendwann Collie eingekreuzt (trifft auf alle Hütehundrassen zu) wurde wie auch alle Mischlinge hieraus. Wenn man diese mögliche Verbindung beginnt vorsichtig hochzurechnen wird schnell klar welche Unmenge von Hunden heute potenziell betroffen sein kann. 

Symptome, Diagnostik und Folgen für das Tier

Der MDR1 Gendefekt führt zu einer mangelhaften oder fehlenden Synthese des P-Glycoproteins. Dieses Eiweiß spielt eine Rolle bei ATP-abhängigen Transportvorgängen zwischen Blut und Gewebe und ist im Gehirn, der Leber, den Nieren, Darm, Plazenta und Hoden zu finden. Neben seiner Funktion beim Transport körperfremder Stoffe, limitiert es den Transport der Hormone der Nebennierenrinde (Cortisol, Corticosteron) in das Gehirn und hat damit Einfluß auf die Hypothalamus-Hypophyse-Nebennierenrindenachse. Beim MDR1-Gendefekt kommt es daher zu einem erhöhten Übergang der Nebennierenrindenhormone in die übergeordneten Zentren und aufgrund des negativen feedbacks zu erniedrigten Kortisolwerten im Blut. Als eine weitere Folge ist eine erhöhte Anfälligkeit für entzündliche Darmerkrankungen zu vermuten. Es fehlt den beroffenen Tieren die sog. Multiple Drug Resistance – sie können also körperfremde Stoffe wie Arzneimittel und eine Vielzahl von Chemikalien nicht aus dem Körper heraustransportieren. Bei einer Vielzahl von sonst „heilenden“ Chemikalien und Arzneimitteln entsteht hier also laienhaft ausgedrückt der gegenteilige Effekt: was andere heilt – tötet MDR1-Gendefekt geschädigte. Das betrifft vor allem Antibiotika, eine Vielzahl von Wurmkuren, Narkosen, eine Reihe von Durchfallmitteln und Zystostatika. Auch sollte dringend von Parasitenschutzhalsbändern und sog. Spot-on-Produkten abgesehen werden. Betroffene Rassen und ihre Kreuzungen sollte vorsorglich von ihren Besitzern auf den Grad ( 3 Empfindlichkeitsgrade) durch einen relativ unkomplizierten Bluttest durch die Uni-Gießen getestet werden, der von jedem niedergelassenen Tierarzt in Auftrag gegeben werden kann. 

Leider kennen sich sowohl Züchter als auch eine Menge von Tierärzten mit diesem Defekt nicht ausreichend aus. Es kommt immer wieder zu sog. „unerklärlichen“ Todesfällen. 

Was tun?

Zunächst – keine Hysterie sondern sachliche Prävention. Diese Hunde sollten grdstl.alternativ behandelt werden, strengstens dazu erzogen werden draußen nichts unerlaubt aufzunehmen, bei anstehenden Operationen mit einer speziellen MDR1-Narkose (entwickelt von der Uni-Gießen und für jeden Tierarzt beziehbar) behandelt werden und sofern bekannt von chemisch behandelten Freilaufbereichen wie frisch gedüngten Wiesen und Feldern fernhalten und natürlich im eigenen Gartenbereich auf Chemikalien und Insektenschutzprodukte verzichten.

Ein für mich ganz erheblicher Faktor ist auch die tägliche Nahrungsaufnahme. Meine Hüter werden grdstl. mich hochwertigem Fleisch gebarft und bekommen jegliche Zusätze (Obst, Gemüse, Milchprodukte, Eier sowie Kohlehydratzufuhr) nur aus biologischem Anbau/Produktion, was heutzutage keinen Mehraufwand in der Beschaffung bedeutet. 

Der Ruf wird immer lauter hochgradiger geschädigte MDR1-Kanditaten gänzlich aus der Zucht zu nehmen. Der Erfolg hieraus bleibt nach neuesten amerikanischen Studien zweifelhaft. Man weiß offensichtlich immer noch nicht genug über diesen Defekt und seine individuellen Auswirkungen, denn häufig reagieren „geringergradige“ Hunde genauso überempfindlich oder z.T. empfindlicher als „höhergradige“ auf bestimmte körperfremde Stoffe. Es ist wohl eine sehr individuelle Frage, die von Tier zu Tier stark variieren kann und vermutlich ( was ja auch logisch ist) wesentlich vom Immunstatus des einzelnen Tieres abhängt.

Auch sollte keineswegs der Eindruck entstehen von diesen Rassen Abstand zu nehmen, denn sie sind physisch grdstl. sehr hart, schließlich sind sie die „Vollblüter“ unter den Hunden. Meine Hunde sind mit erheblichen Verletzungen trotzdem stundenlang ihren Aufgaben ohne Jammern nachgekommen. Es betrifft eben den Bereich Chemie/Arznei. Man kann es daher auch mit anderen Augen sehen: weshalb sollte man eine Rasse „umgenetieren“, nur damit sie „chemischen Dreck“ verträgt.

Essentiell ist das Wissen hierüber, einen fähigen Tierarzt an der Seite, eine vernünftige Ernährung und dann steht einem langen Leben (unsere Linien haben trotz harter physischer Beanspruchung nicht selten locker das 16. Lebensjahr erreicht) nichts entgegen.

 Lg

Carolin



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