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Frankfurt | Niddatal

Giardien, Helicobacter und Co.

26.04.2010 von mamabe

In letzter Zeit fallen in der Hundeszene Fachbegriffe, deren Bedeutung aber nicht jedem Herrchen oder Frauchen bekannt sind. Auf der einen Seite gut, denn dann hatten ihre Vierbeiner noch keine Probleme damit, auf der anderen Seite schlecht, denn wenn man sich darüber schon mal ein bisschen informiert ist man besser darauf vorbereitet, wenn es den eigenen Hund dann doch einmal trifft.

GIARDIEN

Giardien sind weltweit verbreitete Dünndarmparasiten, die sich dort rasant vermehren. Genauer gesagt sind es einzellige Geißeltierchen. Diese können bei Menschen, aber auch bei Tieren vorkommen. Wichtig zu wissen ist, dass dieser Parasit ein Zoonose-Erreger ist. D.h., er ist vom Tier auf den Menschen übertragbar. Die Giardien schädigen die Dünndarmschleimhaut und verursachen so heftigen Durchfall, oft schleimig und blutig und sehr übelriechend sowie Erbrechen. Bei Welpen und Junghunden können Mangelernährung sowie Wachstumsstörungen ebenso ein Hinweis auf eine Infizierung sein. Heimtückisch ist, dass erwachsenen Hunde mit intaktem Immunsystem oftmals Giardien beherbergen, aber keine Krankheitssymptome zeigen. So erfolgt eine Infizierung der Umgebung oftmals unbemerkt! Die Ansteckungsgefahr ist sehr hoch! Durch den Kot infizierter Tiere werden die Erreger  ausgeschieden, die bei feuchtem und kühlem Wetter wochen- bzw. monatelang ansteckungsfähig bleiben. Ein infiziertes Tier scheidet die Erreger ca. 4-5 Wochen aus. Erfolgt zwischenzeitlich eine erneute Ansteckung, verlängert sich die Ausscheidungsphase dementsprechend. Die Ansteckung erfolgt z.B. durch Schnüffeln an einem infizieren Haufen bzw. wenn infizierter Kot gefressen wird. Aber auch durch Trinken von kontaminiertem Wasser. Bei harnäckigen, anhaltenden Durchfällen auf jeden Fall also einen Tierarzt aufsuchen und abklären lassen, ob es sich um eine Infektion mit Giardien handelt (dies geschieht mit einer Reihe von Kot-Untersuchungen). Sollte eine Infektion vorliegen, wird diese dann mit entsprechenden Medikamenten behandelt.

HELICOBACTER

Hierbei handelt es sich um Bakterien, die in der Magenschleimhaut von Menschen und Tieren vorkommen. Es gibt rund 70 verschiedene Helicobacter Typen. Helicobacter pylori gilt als krebserregend und wurde ausser bei Menschen auch bei Katzen, nicht aber bei Hunden nachgewiesen. Bei diesen fand man Helicobacter canis in Leber und Darm, ebenso aber auch im menschlichen Darm. Ebenfalls wurden in Hundemägen Helicobacter heilmannii sowie Helicobacter felis nachgewiesen. Eine Ansteckung erfolgt auch hier fäkal-oral (über Kot),  aber auch oral-oral (über Speichel). Eine Infizierung kann, muss aber nicht unbedingt Probleme bereiten. Durch eine übermässige Besiedlung mit diesen Bakterien kann eine Magenschleimhautentzündung entstehen, die teilweise von Erbrechen und Durchfall begleitet wird. Besonders bei Befall mit Helicobacter felis kann es zur einer irreversiblen Schädigung der Magenschleimhaut kommen. Bei Anzeichen wie lang anhaltende Durchfälle, morgendliches Galleerbrechen bei sonst gutem Allgemeinbefinden muss an eine Helicobacter Infektion gedacht werden. Daher den Hund unbedingt dem Tierarzt vorstellen.

WÜRMER

Die meisten Hunde infizieren sich damit, indem sie beim Schnuppern oder Fressen Wurmeier- oder Larven aufnehmen. Dadurch erfolgt dann eine Infektion mit Band-, Haken-, Spul- und Peitschenwürmer.  Andere Würmer wiederum werden durch Parasiten in den Hundekörper geschleust. Dazu zählen der Herz-, Faden- und Gurkenkernbandwurm. Überträger des Gurkenkernbandwurms ist der Floh. Die Herzwurmlarve wird durch den Stich bestimmter Moskitoarten übertragen. Der Fadenwurm ist ein naher Verwandter des Herzwurms und wird ebenfalls durch den Stich eines Moskitos übertragen. Da durch alle  diese Parasiten schwere, gesundheitliche Schäden auftreten können, ist die sinnvollste Weise eine Parasitologische Kotuntersuchung 3-4 mal im Jahr machen zu lassen. Optimal den Kot auf 3 aufeinander folgenden Tagen in einem Kotröhchen sammeln. So kann es genauer bestimmt werden, weil Parasiten und Würmer nicht täglich ausgeschieden werden. So müssen Sie Ihren Hund nur behandeln, wenn er auch etwas hat. Besonders wenn Kinder im Haushalt leben,  sollten Sie regelmässig den Kot untersuchen lassen.



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One Response to “Giardien, Helicobacter und Co.”

  1. Heidi

    Vielen Dank für den sehr informativen Beitrag.

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